Kartoffelsorten ein jaehrlicher Bericht

Es gibt weltweit über 4000 Sorten und 200 Wildkartoffelarten. In Deutschland wird jedes Jahr die „Beschreibende Sortenliste Kartoffeln“ vom Bundesortenamt herausgegeben. Darin finden sich alle für den Anbau in Deutschland zugelassenen Kartoffelsorten und welche Eigenschaften sie jeweils haben. Diese Informartionen sind für der Bauern bei der Wahl des Saatgutes von großer Bedeutung.

Das Bundessortenamt hat seinen Sitz in Hannover. Zu den Aufgaben der Behörde gehören unter anderem die Zulassung von Pflanzensorten als Voraussetzung für das Inverkehrbringen von Saat- und Pflanzgut sowie die Eintragung in die Sortenliste. Die entsprechende Liste für Kartoffeln wird jährlich im Juni veröffentlicht. Stand: 1. Mai des jeweiligen Jahres. Darin finden sich alle in Deutschland zugelassenen Kartoffelsorten. Nur die dürfen angebaut werden. Regstrierte Sorten unterliegen für dreißig Jahre einem Sortenschutz. Dies bedeutet, dass bei Anbau Lizenzabgaben an den Schutzrechtsinhaber fällig werden können.
Darüber hinaus enthält die Liste Sorten, die nach der Erhaltungssortenverordnung zugelassen wurden. Diese Sorten haben regionale Besonderheiten und Bedeutung (etwa als genetische Resource) und werden nicht auf ihre wertbestimmenden Eigenschaften geprüft und können deshalb nicht beschrieben werden. Aktuell fallen vier Sorten darunter.
Die zugelassenen Sorten – 2012 wurden 201 aufgelistet – werden nach einem festgelegtem Kriterienkatalog beschrieben. Die Grundlage dafür liefern die Wertprüfungen des Bundesortenamt, die Punkte wie Verwendungszweck, Reifegruppe und Knollenform enthalten. Rechtliche Grundlage ist die Pflanzkartoffelverordnung (PflKartV).

Unterscheidung in Speise- und Wirtschaftskartoffel

Zuerst einmal werden die Kartoffelsorten nach Verwendungszweck unterschieden. Der Großteil der Sorten sind Speisekartoffeln. Die Wirtschaftsorten dienen als Futterkartoffeln und als Rohstofflieferant (Stärke). Die letzteren haben deshalb einen hohen Stärkegehalt.

Manche Kartoffeln reifen früh, andere spät

Ein weiteres wichtiges Kriterium ist die Reifegruppe. Nach der richtet sich, wann eine Kartoffel geerntet werden kann. Das ist für den Bauer natürlich von großer Bedeutung. Es gibt vier Reifegruppen:
Sehr frühe Reifegruppe (sfr)
Frühe Reifegruppe (fr)
Mittelfrüh Reifegruppe (mfr)
Mittelspäte bis sehr späte Reifegruppe (msp-sp)
Die Vegetationsperiode bei den ersten beiden Gruppen, die oft zusammengefasst werden, liegt zwischen 90 und 110 Tagen, bei der dritten zwischen 120 und 140 Tagen und bei der vierten zwischen 140 und 160 Tagen.

Wie widerstandsfähig ist ein Kartoffel?

Einer der Gründe für die Hungersnöte in Irland im 19. Jahrhundert waren aus Nordamerika eingeführte Schädlinge und Krankheiten, gegen die als Monokultur angebaute irische Kartoffelsorte nicht resistent waren. Deshalb ist es heute für die Auswahl von Saatgut besonders wichtig, zu wissen wie widerstandsfähig eine Kartoffel ist. Das Bundesortenamt beschreibt deshalb unter anderem wie resistent eine Sorte gegen Pilz- oder Krebsbefall ist, wie anfällig etwa für Fäule und ob sie zu Verfärbungen oder ähnlichem neigt. Außerdem werden Ertrag, Sortierung und Qualität beurteilt.

Die Kartoffelform

Ob die Knollenform einer Kartoffelsorte als rund, oval oder lang bezeichnet wird, entscheidet das Verhältnis von Länge und Breite. Dazu werden Proben mittlerer Größe gemessen. Das Bundesamtamt verwendet dafür die drei genannten und drei weitere Zwischenkategorien.

Die Speiseeigenschaften

Während viele dieser Kriterien dem Verbraucher kaum bekannt sind und auch keine große Bedeutung haben, werden die Koch- und Speiseeigenschaften vom Verkäufer immer angegeben. Sie beschreiben, ob eine Sorte fest kochend, vorwiegend fest kochend oder mehlig kochend ist. Die Tabellen des Bundesortenamtes geben auch Einstufungen zu den Punkten Fleischfarbe, Konsistenz, Struktur, Feuchtigkeit, Mängel im Geschmack und Kochdunkelung ab.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.